2 Kreditnehmer

Im Bereich der Benennung von mehreren Kreditnehmern unterscheidet man in der Praxis zwei verschiedene Vorgehensweisen. Dies kann hier zum einen die Anfertigung eines Bürgschaftsvertrages aufgrund der Benennung eines kreditwürdigen Bürgen sein. Die zweite

Mitantragsstellung und Bürgschaftsvertrag - 2 Kreditnehmer in der gesamtschuldnerischen Haftung


Mitantragsstellung als bürgschaftsähnliche Sicherheit

Wenn zwei Kreditnehmer in einem Kreditvertrag benannt werden, handelt es sich um die Mitantragsstellung. Dieses Vorgehen kann sowohl bei Ehepaaren im Rahmen der Kreditaufnahme umgesetzt werden, als auch bei der Kreditaufnahme durch eine einkommensschwache Personengruppe. Die Benennung von zwei gemeinsam haftenden Kreditnehmern kann die Kreditvergabe auch dann ermöglichen, wenn die einzelne Person die Kreditbedingungen und die die geforderte Kreditwürdigkeit nicht in vollem Umfang erfüllen kann. Dann kann ein Mitantragssteller unter Nachweis der geforderten Kreditwürdigkeit und durch die Abtretung von Lohn- und Gehaltsansprüchen die Kreditvergabe dennoch ermöglichen. Durch die Mitantragsstellung und die so vorhandene bürgschaftsähnliche Sicherheit entsteht die gesamtschuldnerische Haftung für alle beteiligten Kreditnehmer. Wenn einer der Kreditnehmer die Rückzahlung nicht erfüllen kann, steht der weitere Kreditnehmer in vollem Umfang in der Haftung und muss die Rückzahlung aus seinen Mitteln leisten. Durch dieses Vorgehen können unter anderem auch Hausfrauen, geringfügig Beschäftigte und Rentner als Kreditnehmer auftreten.



Bürgschaftsvertrag und Inanspruchnahme des haftenden Bürgen

Die Benennung eines Bürgen und die Anfertigung eines Bürgschaftsvertrages stehen im Gegensatz zur Mitantragsstellung. Der ursprüngliche Kreditnehmer tritt weiterhin als alleinige Person im Kreditvertrag auf. Der Bürge dagegen wird über den Bürgschaftsvertrag in die Haftung genommen und nicht wie bei der Mitantragsstellung über den Kreditvertrag an sich. Der Bürgschaftsvertrag selbst wird als bestellte Kreditsicherheit im Kreditvertrag erwähnt und ist dann eindeutig dem aufgenommenen Kredit zugeordnet. Die Bürgschaft verpflichtet den namentlich benannten und kreditwürdigen Bürgen zur alleinigen Haftung, wenn der Kreditnehmer seinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem Kreditgeber nicht nachkommen kann. Der Kreditgeber dagegen muss nachweisen, dass der Kredit nicht ordnungsgemäß abgeleistet wird und kann den Bürgen nur in Anspruch nehmen, wenn der Kreditausfall festgestellt wird. Unter diesen Voraussetzungen handelt es sich um die sogenannte Ausfallbürgschaft. Der Bürgschaftsvertrag und die daraus resultierende Haftung des benannten Bürgen entfallen ersatzlos mit der vollständigen Rückzahlung des offenen Kredites. Ein Wiederaufleben der Sicherheit oder die Inanspruchnahme für anderweitige Verbindlichkeiten des Kreditnehmers sind aufgrund der Bedingungen nicht möglich und rechtlich ausgeschlossen.